Finasterid

Finasterid ist ein Hormonpräparat und hemmt die Aktivität von 5α-Reduktase des Typs II, einem Enzym, welches das männliche Hormon Testosteron in stärker wirkendes Dihydrotestosteron (DHT) umwandelt. Wenn das DHT-Hormon auf die Haarfollikel auf der oberen Kopfhaut wirkt, schrumpfen sie und verlieren allmählich die Fähigkeit, dickes und gesundes Haar zu bilden. Das führt dazu, dass sich der Haaransatz lichtet und zurückgeht. Die Haarfollikel an der Seite und am Hinterkopf sind hingegen genetisch resistent gegenüber DHT, was die üblichen Glatzenmuster bei Männern erklärt.

Wirkung

Finasterid beeinflusst die Dicke und Wachstumsgeschwindigkeit, seltener auch die Anzahl der Haare positiv. Die tägliche Anwendung von Finasterid hält den Haarausfall bei zwei Dritteln der Männer mit androgenetischer Alopezie auf und regt bei einem Drittel der Patienten sogar das Nachwachsen ausgefallener Haare an (insbesondere in der Scheitelgegend). Die ersten Anzeichen der Wirkung sind meist nach 3 Monaten zu beobachten. Zur definitiven Stabilisierung muss die Behandlung während 12 Monaten fortgesetzt werden.

Für ein dauerhaft positives Ergebnis muss die Behandlung mit Finasterid lebenslang fortgesetzt werden.

Anwendung und Nebenwirkungen

Finasterid wird nur bei Männern mit erblich bedingtem Haarausfall und bei Frauen nach der Menopause mit hormonbedingtem Haarausfall verschrieben. Es ist rezeptpflichtig und wird in Tablettenform à 1 mg pro Tag eingenommen. Oft wird oral verabreichtes Finasterid mit auf der Kopfhaut angewendetem Minoxidil kombiniert.

Frauen, die schwanger sind oder eine Schwangerschaft planen, sollten Finasterid nicht anwenden, da es dem ungeborenen männlichen Kind schaden kann. Bekannte Nebenwirkungen bei Männern sind unter anderem eine beeinträchtigte Libido (Sexualtrieb), Erektionsstörungen, Ejakulationsprobleme, eine Vergrösserung der Brust (sog. Gynäkomastie) und Depressionen. Diese Wirkungen treten nur bei 2–5 % der Patienten auf.

 

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